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Die romanischen Landkirchen mit profanem Obergeschoß

"… denn dieser ließ eine Kirche von schöner und starker Bauform erbauen und noch viele andere Kirchen im Nordwald …" [01]

"… eine Kirche … in lobenswerter Technik …" [02]

Definition und Bautypus

Bei einer Durchsicht der Inventarwerke zur Baukunst in Bayern wird man feststellen, dass die Kirche von Schönfeld vielleicht wegen der Kunstfertigkeit ihrer Ausführung, nicht jedoch wegen ihrer baulichen Disposition einen Einzelfall darstellt. Ähnliche Kirchenbauten finden Erwähnung in den "Kunstdenkmälern von Bayern" [03], in den bayerischen Bänden von G. Dehio's "Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler" [04], meist nur kursorisch gestreift in der Buchreihe des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, den "Denkmälern in Bayern" [05] und in einigen anderen Übersichtswerken [06]. Eine Auflistung findet sich auch in dem Artikel "Burgkapellen als Bergfriedersatz?" des Kunsthistorikers W. Haas [07].

Wir wollen diese Kirchen zunächst als romanische Landkirchen mit profanem Obergeschoß [08] bezeichnen und dabei, um eine klare Abgrenzung zu ähnlichen Kirchentypen wie Doppelkirchen oder Turmkapellen zu treffen, in Anlehnung an A. Trapp [09] auf folgende Definition zurückgreifen:

Im Sinterbrand gefertigte Zierziegel des 12. Jahrhunderts an der Kirche von Gasseltshausen, mit den drei Pabonenrosen. Am Verwitterungszustand des darüber liegenden Ziegels erkennt man dessen geminderte Qualität.
Es handelt sich um kleine, aber sehr hohe, einschiffige Saalkirchen mit Westempore und eingezogener Rundapsis im Osten, seltener mit einem Rechteckchor bzw. einem Chorturm. Die sehr dicken Mauern der Kirchen sind meist in sorgfältiger Technik aus Großquadern errichtet, welche üblicherweise das Niveau sonstiger Landkirchen und auch profaner Gebäude der Romanik überschreitet und schon zum Zeitpunkt der Erbauung Bewunderung hervorrief [10]. Dagegen finden sich an ihnen nur vereinzelt romanische Zierelemente, wie man sie in weitaus stärkerer Verbreitung von Klosterkirchen oder mehrschiffigen Pfarrkirchen her kennt (z. B. ein ausgearbeitetes Tympanon, Friese, Skulpturen o ä.).

Als Baumaterial diente das Gestein der näheren Umgebung, d. h. je nach Region Granit, Sand- oder Tuffstein, Dolomit oder Kalkstein. Dort, wo kein entsprechendes Naturgestein zur Verfügung stand, wurde auch hart gebrannter Backstein verwendet.

Aufrisse der Burgkapelle in Hof am Regen. Kapellenraum im Erdgeschoß mit abgeflachter Rundapsis in der Mauerstärke. Die beiden profanen Obergeschoße und die Westempore werden durch einen in der Mauerstärke ausgeführten Treppenaufgang und einen erhöht liegenden Außeneingang erschlossen.
Als typenbestimmende Gemeinsamkeit besitzen die Kirchen über dem romanischen Sakralraum ein profanes Obergeschoß, welches definitionsgemäß keinen Weihezustand aufweist, in der Regel durch höher aufgeführte Umfassungsmauern des Langhauses zustande kommt und zum einen über einen schmalen Innenaufgang innerhalb der Mauerstärke, zum anderen über einen äußeren Zugang in mehreren Metern Höhe erreicht werden kann. Da die Dicke der Umfassungsmauern in der Regel die bloßen Erfordernisse der Statik überschreitet, ist die Unterbringung von Gängen und Treppenläufen in den Mauern problemlos und ohne Sichtbarkeit von außen möglich. Die Außeneingänge, die heute aus Sicherheitsgründen meist zugesetzt sind, erschließen hin und wieder das Obergeschoß direkt, in den sonstigen Fällen jedoch über eine Westempore, welche den weiteren Aufgang zum Obergeschoß gestattet. Dieses weist manchmal nur einen Kniestock, oft aber auch komplette Geschoßwände auf und verhilft so dem Bau zu eindrucksvoller Höhe.

St. Ägidius in Schönfeld: In der Mauerstärke schmaler Aufgang zur Westempore und einem vormaligen Obergeschoß.
Die meisten dieser Oberräume sind im Rohbauzustand verblieben, nur höchst selten finden sich ein Innenverputz oder Einrichtungen wie Fensterbänke oder Wandnischen, die an eine Bewohnung denken lassen [11]. Meistens bildet heute der rohe Rücken des Gewölbes ohne weiteren Belag den Fussboden, was jedoch nicht ausschließt, dass die Räume früher mit Bretterbohlen gedeckt waren. In späterer Zeit wurde der Oberraum nicht selten wieder aufgegeben, zurückgebaut oder durch neuere Dachkonstruktionen ersetzt. In einigen Kirchen der genannten Bauart findet sich als Variante oder auch zusätzlich ein profaner Obergeschoßraum im Chorturm oder oberhalb der Apsis, mitunter auch ein Westturm oder Strukturen, die an ein Westwerk erinnern. In wenigen Fällen wurden die Kirchen durch Aufsatz von zwei profanen Obergeschoßen zu einer förmlichen Turmanlage erweitert. Die obige Planzeichnung der Burgkapelle von Hof am Regen vermittelt exemplarisch die wesentlichen Elemente.

Nicht verwechselt werden dürfen diese Kirchen mit romanischen Doppelkirchen, wie sie sich nicht selten als Burgkapellen oder Karner und gehäuft auch im Alpenraum nachweisen lassen. Doppelkirchen bestehen aus zwei übereinander liegenden Sakralräumen, welche durch eine Öffnung der Zwischendecke miteinander verbunden sind und so einen gemeinsamen Weiheraum bilden. Davon zu unterscheiden sind doppelgeschoßige Kirchen, welche in den jeweiligen Stockwerken zwei getrennte Altäre mit eigener Weihe aufweisen. Um derartige Kirchen geht es in dieser Arbeit nicht. Allerdings sind profane Obergeschoße mitunter auch in Doppelkirchen bzw. Doppelgeschoß-Kirchen nachweisbar, so dass sich die Typen durchmischen.

Ansonsten findet sich sowohl bei den baulichen Details [12] als auch bei der Gesamtgröße eine relativ hohe Varianz; das Spektrum reicht von hohen trutzigen Turmbauten, wie z. B. in Hof am Regen, Schönkirch, am Kreuzhof bei Regensburg, in Gasseltshausen oder Piesenkofen, bis hin zu relativ kleinen, fast zierlich wirkenden Kirchen, wie z. B. in Neukirchen, Piedendorf oder Großeisenbach. Mehr hierzu weiter unten.

In der Literatur werden die romanischen Kirchen mit profanem Obergeschoß mit wechselnden Begriffen belegt: Das eine Mal nennt man sie "Wehrkirchen" oder "Pilgerkirchen", das andere Mal "Kapellen an einem Edelsitz". Aus der variablen Benennung mag man ersehen, wie schwer sich die Fachleute tun, die eigentliche Zweckbestimmung der Kirchen in ihrer eigenartigen Kombination von Sakral- und Profanraum zu definieren.

Im Rahmen der Recherche zu dieser Arbeit ließen sich zusätzlich zu den in den Inventarien bereits gelisteten Kirchen noch etliche weitere Exemplare identifizieren, wobei nicht nur die wenigen, zum Thema vorliegenden Facharbeiten behilflich waren [13], sondern auch die Recherchemöglichkeit des Internet. Dennoch kann die nachfolgende Aufzählung nicht als vollständig angesehen werden; es wird sich sicher in der Zukunft noch das eine oder andere Exemplar ergänzen lassen. Dabei erfassen wir sowieso nur den bescheidenen Rest, den uns die Jahrhunderte hinterlassen haben. Niemand kennt heute die eigentliche Zahl dieser Kirchen im 12. Jahrhundert.

Bauzeit

Über die Gründung der Kirchen gibt es nur im Ausnahmefall urkundliche Information [14]. Aufgrund der in Süddeutschland gerade eingeführten Quadertechnik [15] und sonstiger stilistischer Merkmale werden die Kirchen mit profanem Obergeschoß in den kunsthistorischen Standardwerken fast ausschließlich in die 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts datiert, nur selten davor oder danach. Spätere Ausbauphasen der Kirchen können naturgemäß bis in die Neuzeit reichen. Bei einem nicht unerheblichen Teil der Kirchen sind heute die Innenräume und Türme barockisiert, die gequaderten Fassaden verputzt, viele Typenmerkmale beseitigt.

Ortslage

Die Kirchen liegen bevorzugt in Einzellage oder sind von einem nur sehr kleinen Dorfensemble resp. von wenigen Bauernhöfen umringt, man trifft sie so gut wie nie in größeren Städten oder bei Klöstern an. Die meisten Kirchen rangieren heute als Filialkirchen, d. h. das Zentrum der zugehörigen Pfarrgemeinde liegt andernorts. Nur eine Minderzahl ist Zentrum einer größeren Ortschaft oder einer Pfarrgemeinde geworden. Insofern wäre es auch nicht richtig, die Kirchen pauschal als Dorf- oder Pfarrkirchen zu bezeichnen.

Neben ausgesprochenen Tallagen findet sich am meisten die Platzierung auf einer Geländeterrasse, oft an exponierter Stelle, selten auch eine Gipfellage. Ein Teil der Kirchen war einst von einer Wall-Graben-Anlage umgeben, wovon sich heute in der Regel nur noch geringe oder gar keine Reste mehr nachweisen lassen. Häufig lagen die Kirchen im Mittelalter an einem Guts- oder Meierhof, der später nicht selten in mehreren Hofstellen aufging.

Die allermeisten Kirchen liegen jedoch - und dies ist ein auffallendes Charakteristikum - in Sichtweite einer größeren Burganlage, deren Ursprung mitunter in dieselbe Zeit oder später datiert [16], einige sind in eine solche nachträglich integriert oder zu einer solchen ausgebaut worden [17]. Häufig ist ein unmittelbar an der Kirche gelegener Edelsitz nachweisbar, allerdings meistens nur indirekt erschlossen aus der urkundlichen Erwähnung von zum Kirchenort gehörigen Edelfreien oder Ministerialen.

Geographische Verteilung

Geographische Verteilung der romanischen Landkirchen mit profanem Obergeschoß in Altbayern (rote Kreuze). Grau unterlegt ist das Bistum Regensburg, dunkelgrau das 1157 an das Bistum Freising abgetretene Gebiet südlich von Landshut (mit der Obergeschoßkirche von Johannesbergham im Grenzbereich).

Ehe wir uns der Geschichte und Bedeutung dieser Kirchen widmen, erfolgt zunächst eine Auflistung nach geographischen Gesichtspunkten, mit einer stichpunktartigen Beschreibung. Wer sich ausführlicher mit den Gebäuden beschäftigen will, sei auf die Aufstellung bei W. Haas [18] und die oben genannten Inventarwerke verwiesen, die eine ganze Reihe von ihnen detailliert schildern. Auch auf den Internet-Seiten der zugehörigen Pfarreien findet man die eine oder andere interessante Information. Am meisten lohnenswert ist aber noch immer ein Besuch der Kirchen selbst, nicht nur wegen ihrer baulichen Eigenheiten, sondern auch wegen der häufig sehr reizvollen Lage und der kunstgeschichtlich wertvollen Innenausstattung, die im Rahmen dieser Arbeit nicht weiter thematisiert werden konnte. Die Kirchen, die nur noch hin und wieder Gottesdiensten dienen, sind in der Regel verschlossen, aber es findet sich fast immer ein freundlicher Messner oder Schlüsselverwalter in der Nähe, der bereitwillig die Kirche aufsperrt und ggf. auch erklärt, häufiger noch den Schlüssel dem Besucher einfach überlässt und diesem dadurch zu einem exklusiven Kunstgenuss verhilft.

Innerhalb der Landesgrenzen ließen sich bis dato 85 Kirchenbauten festlegen, die den oben aufgestellten Kriterien bezüglich Bautypus und Bauzeit ganz oder teilweise entsprechen, wobei nur bei 20 Kirchen (24%) das Profangeschoß noch heute substanziell erhalten ist. Die Kirchen liegen fast ausnahmslos in Altbayern, meistens in der Nähe von Altstraßen. In gewisser Häufung trifft man sie im Hügelland der östlichen Oberpfalz und des bayerischen Vorwaldes an, auch im mittleren Altmühltal und im Winkel zwischen Donau und Altmühl, in den Donauniederungen östlich und westlich von Regensburg, im Oberpfälzer Jura und in der Hallertau, entlang der Flüsse Paar, Ilm und Abens. Einzelexemplare finden sich im Alpenvorland, in Franken und in den Alpen. 55 Kirchen (65%) liegen innerhalb des Bistums Regensburg, wo sie jedoch heute nur knapp 2% aller Kirchen und Kapellen (geschätzt ca. 2500) repräsentieren. Von den verbleibenden 30 Kirchen liegen 16 innerhalb einer 15-km-Distanz zum Bistum Regensburg, nur 14 deutlich außerhalb, davon ein Großteil im Bistum Eichstätt.

Alles in allem handelt es sich bei den erhaltenen Landkirchen mit profanem Obergeschoß um eine relative Rarität im Bistum Regensburg, um eine absolute Rarität im Bistum Eichstätt und den sonstigen Gebieten Altbayerns.

 


[01] Aus dem Liber fundatorum monasterii Zwetlensis, über Hadmar II. von Kuenring, den Erbauer der Obergeschoßkirche von Alt-Weitra, um 1310.

[02] Eintrag für den 1. Juli 1149 im Dießener Totenregister.

[03] F. Mader et al.: Die Kunstdenkmäler von Bayern, Buchreihe, München 1895-1933, im Weiteren abgekürzt mit "KvB" und Bandangabe.

[04] G. Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Buchreihe, München-Berlin 1905-2008, im Weiteren abgekürzt mit "Dehio" und Bandangabe.

[05] M. Petzet (Hrsg.): Denkmäler in Bayern - Baudenkmäler, archäologische Geländedenkmäler, Buchreihe des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, München 1985-2007.

[06] Z. B. G. Weber: Die Romanik in Oberbayern, Pfaffenhofen 1985; P. Morsbach, W. Spitta: Dorfkirchen in der Oberpfalz, Regensburg 2001.

[07] W. Haas: Burgkapellen als Bergfriedersatz? Zum Problem der "profanen Obergeschoße", in: Burg- und Schlosskapellen, Veröffentlichung der Deutschen Burgenvereinigung e. V., Reihe B: Schriften 3, Braubach 1995, S. 9ff.

[08] W. Haas verwies mit Recht darauf, dass in Bezug auf die Kirchen und im eigentlichen Wortsinn der Ausdruck "suprafan", d. h. "oberhalb des Heiligtums gelegen" eher angebracht wäre als der Begriff "profan", d. h. "vor dem Heiligtum gelegen". Da sich diese Nomenklatur in der Fachliteratur nicht durchgesetzt hat, wollen wir es bei "profan" belassen. Siehe W. Haas: Burgkapellen als Bergfriedersatz …, S. 14, Anmerkung 7.

[09] Siehe A. Trapp: Romanische Kapellen mit profanem Obergeschoß in Oberpfalz und Niederbayern, Inaugural-Dissertation, Erlangen 1953, S. 8ff.

[10] Die Kirche St. Ägidius in Schönfeld ist hierfür exemplarisch. Die Tradition der mörtellosen Reibungsmauerei stammt aus der Zeit der Römer. Siehe auch Zitat in Kapitel "Einleitung" aus Rahewin: Gesta Friderici, z. B. Edition F.-J. Schmale, Darmstadt 1974, S. 486f.

[11] z. B. in Hof am Regen, Obertrübenbach, Schönkirch.

[12] So finden sich z. B. Rundapsiden, die bis in das profane Obergeschoß hinaufreichen, andernorts enden sie darunter oder zeigen sich als Erkerapsiden oder Innenapsiden mit Eckummauerung. Der Grad der Stelzung ist äußerst unterschiedlich. Eine ähnliche Varianz zeigt sich bei der Anordnung der Portale und Fenster (wenngleich Südportale überwiegen), bei der Ausführung der Geschoßdecken und Emporen. Eine Dreiteilung in kleine Gewölbebauten mit Apsis, flachgedeckte Apsidensäle und doppelgeschoßige Kapellen mit Profanraum sowie weitere Unterteilungen nach Anordnung der Profanräume und Konfiguration der Mauergänge und Außeneinstiege findet sich bei W. Haas: Burgkapellen als Bergfriedersatz…, S. 12 und 13, doch hat sich daraus kein Rückschluss auf Entstehungsumstände und die Funktion der Obergeschoße ergeben, so dass wir auf eine derartige Untergliederung verzichten.

[13] C. Frank: Pilgerherbergen des 12. und 13. Jahrhunderts, in: Deutsche Gaue, Bd. 29, 1928, S. 177ff. K. Kafka: Kirchen mit wehrhaften Obergeschoßen, in: Deutsche Gaue, Bd. 40, 1939, S. 9ff. K. Kafka: Die Pilgerherberge in Alt-Weitra, in: Deutsche Gaue, Bd. 42, 1950. M. Weikmann: Mehrgeschoßige Kirchen; in Deutsche Gaue Bd. 48, 1956, S. 45ff. M. Weikmann: Mehrgeschoßige Kirchen, Zu den Pilgerherbergen in Michelstetten und Alt-Weitra, in: Deutsche Gaue Bd. 49, 1957, S. 68ff. R. Bauerreiss: Kirchengeschichte Bayerns, Bd. 3, Das 12. Jahrhundert, St. Ottilien 1952, S. 185ff. K. Kafka: Wehrkirche und Pilgerherberge Michelstetten, in: Unsere Heimat, Mitteilungsblatt des Vereins für Landeskunde von Niederösterreich und Wien, Bd. 25, 1954, S. 141ff. K. Böhm und K. Schmotz: Archäologische und baugeschichtliche Untersuchungen an Sakralbauten in Niederbayern, in: K. Schmotz (Hrsg.): Vorträge des 22. Niederbayerischen Archäologentages, Rahden 2004, S. 171ff. W. Haas: Kirchenbau im Herzogtum Bayern zwischen 1180 und 1255, in H. Glaser (Hrsg.): Wittelsbach und Bayern, Bd. 1, Kap. 1, München 1980. W. Haas: Burgkapellen als Bergfriedersatz? Zum Problem der "profanen Obergeschoße", in: Burg- und Schlosskapellen, Veröffentlichung der Deutschen Burgenvereinigung e. V., Reihe B: Schriften 3, Braubach 1995, S. 9ff. R. Jakob: Zur Problematik mittelalterlicher Asylkapellen, in: Oberpfälzer Heimat, Bd. 26, Weiden 1982, S. 7ff. E. Grunsky: Doppelgeschoßige Johanniterkirchen und verwandte Bauten, Studien zur Typengeschichte mittelalterlicher Hospitalarchitektur, Kap. Kapellen mit profanem Obergeschoß, Inaugural-Dissertation, Tübingen 1970, S. 259ff. U. Stevens: Burgkapellen, Andacht, Repräsentation und Wehrhaftigkeit im Mittelalter, Darmstadt 2003. U. Müller: Mehrgeschoßige mittelalterliche Kapellen im Bergland zwischen Weser und Leine, Inaugural-Dissertation, Hannover 1965. T. Kühtreiber: Studien zur Baugeschichte des Gebäudekomplexes auf dem Zwettler Propsteiberg, Die Ergebnisse der Bauuntersuchungen von 1998, in: Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich, Neue Folge 69-71, St. Pölten 2007, S. 340ff. Eine Arbeit, die sich ausschließlich mit dem hier vorgestellten Kirchentypus befasst, stammt von A. Trapp: Romanische Kapellen mit profanem Obergeschoß in Oberpfalz und Niederbayern, Inaugural-Dissertation, Erlangen 1953. Zusätzlich existieren zu vielen Kirchen lokalhistorische Arbeiten, auf die im Weiteren gelegentlich verwiesen wird.

[14] Die Errichtung von St. Jakob in Schondorf fällt in die Jahre zwischen 1149 und 1157, die Weihe von St. Oswald in Niederösterreich fand im Jahr 1160 statt. Im Pontifikale Bischof Gundekars von Eichstätt ist erwähnt, dass die Kirchen von Hofstetten und Landershofen von Bischof Otto von Eichstätt, damit zwischen 1182 und 1195 geweiht wurden. Zur Datierung mehr weiter unten.

[15] Ausführliche Angaben zur Quaderbauweise bei A. Trapp: Romanische Kapellen mit profanem Obergeschoß…, S. 15ff.

[16] Dennoch sind sie nicht als deren Burgkapellen aufzufassen. So hatten z. B. die bei Schönfeld gelegene Burg Siegenstein oder die bei Türkenfeld gelegene Burg Altenburg eigene Burgkapellen, auch sind entsprechende Besitzverhältnisse nicht nachzuweisen.

[17] Dass die Integration nicht schon zum Erbauungszeitpunkt geschah, erkennt man z. B. an Mauernähten, Überbauten oder nachträglichen Geländemerkmalen bei der Bildung eines Burghofs.

[18] Siehe W. Haas: Burgkapellen als Bergfriedersatz…, S. 15-20.

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